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DR. PHIL. GÜNTHER SCHWARZ

JESUSFORSCHER, ARAMAIST UND THEOLOGE

Wiederherstellung des geistigen Vermächtnisses Jesu

Fehler in der Bibel

Werke

Man ist sich heute in der Theologie darüber einig, dass Jesus aramäisch gesprochen hat. Seine aramäischen Worte sind aber nicht überliefert. Erhalten sind nur die späteren Übersetzungen ins Griechische. Warum diese späteren griechischen Texte zahlreiche Fehler enthalten, dazu äußerte sich Günther Schwarz in einigen seiner Werke, teils kürzer, teils ausführlicher. Nachfolgend Auszüge dazu aus einem späten unveröffentlichten und einem frühen veröffentlichten Werk. [Vorbemerkung der Herausgeber dieser Internetseite]

 

 

Auszug aus „Jetzt hilft nur noch die Wahrheit - Was Jesus wirklich meinte. Ein Wörterbuch“ (unver-öffentlichtes Textfragment aus Februar 2007, Entwurf Einleitung)

 

Vorauszusetzen, dass alles, was zum Beispiel im griechischen Text der Evangelien überliefert ist, richtig sein müsse, ist unrealistisch. Warum? Weil dessen Quellen von irrenden Menschen zunächst in Aramäisch überliefert, gesammelt und zu kleinen oder größeren Sammlungen zusammengestellt und (zumindest teilweise) aufgeschrieben wurden; gleichzeitig, je nach Bedarf (zum Beispiel bei Apostelpredigten, die vor nicht Aramäisch sprechenden Judenchristen der Jerusalemer Urgemeinde nach Pfingsten gehalten wurden), ins Griechische übersetzt, gesammelt, zusammengestellt und aufgeschrieben wurden; dann über lange Zeit hin wieder und wieder (zuerst auf Papyrus, später auf Pergament) abgeschrieben sowie sprachlich und inhaltlich überarbeitet wurden, bis sie eine leidlich feste Form erlangt hatten, wie sie uns vor allem in den berühmten Prachthandschriften, dem Codex Vaticanus und dem Codex Sinaiticus, vorliegen; bis sie schließlich (nach Erfindung des Buchdrucks) 1516 zum ersten Mal in einer gedruckten Ausgabe des griechischen Neuen Testaments verfügbar waren; herausgegeben von Erasmus von Rotterdam, aufgrund von vier relativ jungen und schlechten Handschriften.

 

Dem so genannten „Standard-Text“ des NTG, den wir heute benutzen, liegen über 5400 Handschriften zugrunde. Aus ihnen wurde auch der Wortlaut der Evangelien – Textteil nach Textteil in langer, mühevoller Kleinarbeit zusammengestellt – zu dem, was er jetzt ist. Sein inzwischen verstorbener Herausgeber Professor Kurt Aland bemerkte dazu (> Das Neue Testament – zuverlässig überliefert [1986], 24): „Daß diese 5400 Handschriften zahlreiche, um nicht zu sagen zahllose Textabweichungen enthalten, ist bekannt.“ Angesichts dieses Befundes halte ich für überaus kühn, was er abschließend (aaO, 31) hinzufügte: „Der moderne ‘Standard-Text’ [bietet] die Gestalt [dar], die die Schriften des Neuen Testaments nach allen unseren Kenntnissen und Erkenntnissen besaßen, als sie von ihren Verfassern in die Kirche und die Welt hinausgingen.“

 

Viel wahrscheinlicher als dieses überraschend befremdliche Urteil Alands ist es, dass mehr daran als gemeinhin angenommen wird von Anfang an falsch verstanden, falsch wiedergegeben und falsch übersetzt worden ist: übersetzt aus der aramäischen Ursprache der Evangelien in die griechische Sprache der frühen Kirche. ...

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